Prozessoptimierung
Wenn jede Jobanzeige gleich klingt, läuft etwas falsch
In der Welt des Tech-Recruitings ist es wie im Dschungel: Nur wer seine eigenen Streifen zeigt, wird gesehen. Unser Maskottchen Stripes – ein Tiger, der als “Guide durch den Recruiting-Dschungel” dient – erinnert uns daran: “Finde deinen Tribe und trage deine Streifen mit Stolz.” Übertragen auf Stellenausschreibungen bedeutet das: Jede Firma hat ein einzigartiges Muster – ihre Kultur, Werte und Vision –, das sich in jeder Stellenanzeige widerspiegeln sollte. Ist eine Stellenanzeige so generisch, dass sie für jedes x-beliebige Unternehmen passen könnte, geht dieses Muster verloren. Warum das nicht nur ein kosmetisches Detail, sondern ein handfestes Recruiting-Problem ist, beleuchten wir in diesem Beitrag. Diese Beliebigkeit führt dazu, dass im Zweifel die Falschen sich bewerben – während die Richtigen gar nicht erst hinschauen.
Warum sind austauschbare Stellenanzeigen ein Fehler?
Eine austauschbare, generische Stellenanzeige verfehlt ihr Ziel. Wenn eine Jobbeschreibung nichts Spezifisches über euren Unternehmen verrät, fühlen sich gute Bewerber nicht angesprochen oder sie zweifeln daran, dass ihr selbst wissen, wen ihr eigentlich sucht. Statt Vorfreude erzeugen solche Anzeigen Desinteresse: Top-Talente überlesen generische Floskeln und wenden sich lieber Arbeitgebern mit klarem Profil zu. Im Ergebnis verschwendet ihr Zeit und Geld auf einen Ausschreibungs- „Einheitsbrei“, der kaum passende Kandidaten anzieht.
Laut einer Analyse von 120.000 Online-Stellenanzeigen fehlte es den meisten an Differenzierung – die Arbeitgeber wirkten wie ein „Club der Gleichen“, und Inhalte wie Sprache gingen oft an den Interessen der Jobsuchenden vorbei. Statt eines unverwechselbaren Arbeitgeberauftritts finden sich in vielen Ausschreibungen austauschbare Schlagwörter und nichtssagende Floskeln. Potenzielle Bewerber erhalten dadurch kaum Anhaltspunkte, was euer Unternehmen besonders macht. Tatsächlich gab in einer Befragung mehr als jeder dritte Jobsuchende (35 %) an, dass er von einer Bewerbung absieht, wenn die Aufgaben im Jobprofil so vage beschrieben sind, dass man sie sich nicht vorstellen kann. So war „weltweit“ der meistgenutzte Begriff in deutschen Jobinseraten, gefolgt von „führend“ und „international“ – Wörter, die für sich genommen kaum noch Aussagekraft besitzen.
Ein Branchenexperte konstatierte treffend, viele Firmen beherrschten eine nahezu „perfekte Bewerbervermeidungsstrategie“: Sie bleiben unsichtbar, austauschbar und unnahbar – etwa durch versteckte Karriereseiten, zusammenkopierte Texte aus anderen Anzeigen und fehlende Ansprechpartner. Dieser Ansatz schreckt eher ab, als dass er passende Kandidaten anlockt.
Wie kann eine Stellenanzeige die Identität und Werte Eures Unternehmens vermitteln?
Eine wirkungsvolle Stellenanzeige ist so unverwechselbar wie euer Unternehmen selbst. Das bedeutet: Ihr sollte zeigen, wofür euere Firma steht, wie die Teamkultur tickt und warum die ausgeschriebene Rolle in eurem Kontext besonders ist. Anstatt generische Phrasen abzuspulen, sprechen gute Anzeigen die Sprache Eurer Organisation – ob locker und humorvoll oder seriös und präzise – und geben Einblick in die Werte, die ihr lebt. Nennt konkrete Beispiele oder Besonderheiten: etwa euer Mission („Warum gibt es uns?“), Eure Tech-Philosophie oder Erfolgsgeschichten aus eurem Team. So spüren Kandidaten, welchen „Tribe“ sie bei euch finden würden. Die besten Stellenanzeigen beantworten die Fragen, die sich gute Bewerber stellen:
- Wer ist mein neuer Arbeitgeber?
- Welche Aufgaben erwarten mich?
- Bin ich die/der Richtige für diesen Job?
- Was kann mir dieser Arbeitgeber bieten?
- Wie läuft der Bewerbungsprozess ab / an wen kann ich mich wenden?
Wir raten, in Tonfall und Inhalt mutig zur Differenzierung zu stehen und authentisch zu bleiben.
Wie können ihr eure Stellenanzeigen konkret verbessern?

Beobachtet die Resonanz: 10 passende Bewerbungen sind besser als 100 unpassende – Qualität geht vor Quantität bei eingehenden Kandidaten. Mit einer individuellen Stellenanzeige zeigt ihr nicht nur, wen ihr suchen, sondern auch, wer ihr als Arbeitgeber sind – und genau das überzeugt die richtigen Kandidaten. Es lohnt sich also, an euren Stellenanzeigen zu feilen – in der Tech-Branche kann dies den entscheidenden Vorsprung bedeuten.